Mittwoch, 07 Februar 2018

Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen diskutiert Herausforderungen

Die 51. Öffentliche Vortragsveranstaltung des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen fand dieses Jahr im Alten Rathaus von Hannover statt. Der Präsident des Verbandes, Thomas Echterhoff, sprach eingangs von einer positiven konjunkturellen Entwicklung. Der baugewerbliche Umsatz konnte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesteigert werden. Allerdings verzeichnen die Auftragseingänge, welche einen Ausblick auf die Auftragslage der nächsten Monate geben, einen leichten Rückgang. Diese Tendenz zeigte sich insgesamt im öffentlichen Bau.

Echterhoff machte in seiner Rede deutlich, dass eine der wichtigsten Aufgaben der neuen Bundes- wie auch Landesregierung Niedersachsen die Neuausrichtung der Auftragsverwaltung für die Bundesfernstraßen sein dürfte. Geplant sei, die Verantwortung für Autobahnen und Bundesstraßen ab 2021 auf eine Infrastrukturgesellschaft Verkehr (IGV Bund) und ein Fernstraßen-Bundesamt zu übertragen. Er betonte, dass aus Sicht von Niedersachsen und Bremen gewährleistet sein müsse, dass die Bundesländer ein gewichtiges Mitspracherecht bei den Entscheidungen der Infrastrukturgesellschaft hätten. Zudem sei es unerlässlich, dass die geplanten Tochtergesellschaften weitrei-chende Kompetenz erhielten und in einen fachlichen Austausch mit Bauindustrieverbänden und Kammern auf regionaler Ebene treten.

Als weitere Herausforderung und Herkulesaufgabe der nächsten Jahre nannte Echterhoff den Fachkräftemangel. Studien des Basler Forschungsinstituts Prognos zufolge sollen 2030 in Deutschland drei Millionen Fachkräfte fehlen, da die Gesellschaft immer älter würde und geburtenstarke Jahrgänge in Rente gingen. Er plädierte dafür, auch Frauen zukünftig stärker für den Bauberuf zu begeistern. Hier bedürfe es einer gezielten Karriere- und Entwicklungsplanung, damit Frauen Bauberufe aufnehmen würden. Auch beim Renteneintrittsalter sollte man sich flexibel zeigen, so Echterhoff. Man sollte die Türen für diejenigen offen lassen, die vorhätten, länger als bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter zu arbeiten.

 

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